“Literaturverwaltung 2.0 als Bindeglied zwischen Forschung und Lehre?”

Unter dem obigen Titel wird Beat Döbeli Honegger (Pädagogische Hochschule Zentralschweiz PHZ, Schwyz, Schweiz) im Rahmen der 15. Jahrestagung der Gesellschaft für Medien in der Wissenschaft (GMW) im September in Zürich einen Vortrag halten:

Literaturverwaltung ist ein traditionelles wissenschaftliches Werkzeug. Mit dem Aufkommen von Computern verlagerte sich die Literaturverwaltung vom Karteikasten auf die lokale Festplatte. Mit Web 2.0 steht nun ein weiterer Wechsel an: “Literaturverwaltungen 2.0″ ermöglichen die Verwaltung im Internet, (teil-)öffentlich und auf Wunsch gemeinsam. Kann öffentliche und gemeinsame Literaturverwaltung im Internet Forschung und Lehre verbinden? Der Artikel stellt mit “Beats Biblionetz” eine öffentliche Literaturverwaltung vor, die dies seit längerem versucht. Doch lassen sich diese Erfahrungen auf die nun aufkommenden Literaturverwaltungen 2.0 übertragen?

Bisher habe ich Beats Biblionetz zugegebenermaßen nicht gekannt. Dieses existiert jedoch  bereits seit 1996 und verbindet mehrere Konzepte der Literaturverwaltung und Wissensorganisation und einigem mehr. Anhand des aktuell konkreten Beitrags Literaturverwaltung 2.0 als Bindeglied zwischen Forschung und Lehre? kann man sich ein Bild von der Struktur und Informationsrelationen machen.

Es scheint ein wirklich spannendes Projekt einer einzelnen Person zu sein, welche ich mir auch erst mal in Ruhe anschauen muss. Auf dem ersten Blick ist das Beatnetz in seiner Struktur und Organisation der Inhalte  sehr beeindruckend und hat mit dem etwas altbackenen Layout und Design, auch einen ganz eigenen Reiz. Jedoch – weil ich derzeit besonders darauf achte: In Bezug auf Interoperabilität bzw. Datenexport und -import habe ich nichts entdecken können. Da das Beatnetz offensichtlich, sowohl technisch als auch konzeptionell, nicht auf eine offene  Weiterverarbeitung bzw. den Austausch von Daten / Informationen ausgerichtet ist, ist es anhand des konkreten Produktes nach meinem Kenntnisstand schwer, Forschung und Lehre zu verbinden.

Andere Webdienste, wie z.B. Mendeley, und wissenschaftliche Literaturverwaltungsprojekte, wie das hier schon mehrfach angesprochene TELSTAR-Entwicklung einer Verbindung zwischen RefWorks und Moodle,  gehen dort meiner Meinung nach in  eine bessere Richtung  – natürlich mit mehr Personal und mehr Geld im Hintergrund. Solche Beispiele wären Argumente für die zumindest bestehendeVerfügbarkeit von technischen Lösungen bzw. Funktionalitäten, die für die Verknüpfung von Forschung und Lehre durch gemeinsame Literaturarbeit. Letztendlich ist es natürlich an den Nutzern, ob dies auch wirklich geschieht…

In jedem Fall: Ich bin auf den Tagungsbeitrag gespannt. (Literaturverwaltung 2.0 ist jedoch nicht so neu, wie der Abstract es suggeriert…)

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2 Responses to ““Literaturverwaltung 2.0 als Bindeglied zwischen Forschung und Lehre?””

  1. Mai 24th, 2010 | 13:44

    Matti, dein Vergleich zwischen Beats Biblionetz mit Mendeley und RefWorks/TELSTAR (“…gehen meiner Meinung nach in eine bessere Richtung”) ist einer zwischen Äpfeln und Birnen. Nicht, weil es das Biblionetz schon gab, bevor Mendeley oder TELSTAR ein Funkeln im Auge ihrer Entwickler waren, sondern weil das Biblionetz eine hausgemachte Entwicklung Beats für seine eigene Homepage ist, während TELSTAR und Mendeley reproduzierbare Massenprodukte sind bzw. werden sollen.
    Beat muß man, glaub’ ich, nicht erklären, unter welchen Voraussetzungen solche Webanwendungen für die Lehre taugen. Er ist ein Pionier in Sachen Web und E-Learning. Die Vorträge von ihm sind definitiv hörenswert, insofern schön, daß du hier darauf hinweist.

  2. Mai 24th, 2010 | 14:36

    Hallo Lambert,

    du hast mit deiner Anmerkung natürlich recht – Beats Biblionetz und Mendeley etc. sind zwei unterschiedliche Obstkörbe. Mein Beitrag war da wohl zu undeutlich formuliert, obwohl ich selbiges gemeint habe. Das Biblionetz an sich ist wahrlich eine individuelle Pionierleistung. Im Kontext des angekündigten Vortrages habe ich jedoch (noch) nicht verstanden, inwiefern dieses als Bindeglied zwischen Forschung und Lehre dient – eben weil es eher für die (aktive) Wissensorganisation einer Einzelperson konzipiert ist undaus meiner Sicht mehrere Funktionen fehlen, die der Kollaboration zuträglich sind. Daher habe ich auch Mendeley und Co. als “besser” bezeichnet.

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