Matti Stöhr

Mein Profil – Bibliothekswesen, Geschichte, Open Science, …

Nun auch kontexterweiternd – Aktualisierung der Klassifikation von Bibliotheksservices für Literaturverwaltung

In der bisherigen Vorstellung und Diskussion meines Klassifikationsvorschlages bzgl. der bibliothekarischen Dienstleistungen für Literaturverwaltung (vgl. hier und hier), habe ich durchblicken lassen, dass ich mit der Einteilung und Begrifflichkeit noch nicht so zufrieden bin. In einigen sehr anregenden Gesprächen und Anmerkungen bekam ich auch sehr konstruktive Hinweise. Diese bezogen sich zumeist auf den Übergang / die Differenz bzw. die Konsistenz der unterschiedlichen Klassen. Nun möchte ich eine neue Version vor- und zur Diskussion stellen.

Zur Version 3 der Klassifikation

Die wichtigeste Neuerung: Es gibt eine neue Klasse – Kontexterweiternde Dienstleistungen. Darunter seien jene Services verstanden, die es ermöglichen, Literaturverwaltungsfunktionen zur Organisation bibliographischer Daten außerhalb der dafür dezidiert entwickelten Programme, zu nutzen. Dementsprechend erfolgt die Literaturverwaltung in Kontexten bzw. Arbeitsumgebungen, welche ursprünglich dafür nicht vorgesehen waren.

Durch Ausnutzung der Flexibilät und einfachen Austauschs strukturierter bibliographischer Daten, wird es naheliegend und immer wichtiger diese auch in andere Kontexte einzubetten.In diesem Zusammenhang sind insbesondere Lernmanagementumgebungen zu nennen, in denen selbstverständlich Literaturbezüge und -listen eine Rolle spielen. Hier gibt es viel Entwicklungspotential, welches Bibliotheken nutzen und ihre „klassischen“ elektronischen Dienste verknüpfen können… (Vgl. auch die Folien zu „Moodle und Literaturverwaltung“ anlässlich des Workshops im Rahmen des Moodlemoots 2010 in Berlin). Da der elektronische Bibliothekskatalog (OPAC) ursprünglich ebensowenig dazu gedacht war, direkt in diesem Literaturlisten zu erstellen oder Katalogdaten auszutaggen (Stichwort Katalog 2.0), ist „Literaturverwaltung im OPAC“ aus meiner Sicht ebenso in der Kategorie „Kontexterweiternde Dienstleistungen“ gut aufgehoben.  Ich hoffe – im Zuge meiner praktischen Untersuchung von Bibliotheken hinsichtlich ihres Dienstleistungsspektrums für Literaturverwaltung, durch die Begutachtung ihrer Websites – noch mehr zu finden. Im Mai geht es richtig los…

Für die  Bereitschaft zur Auseinandersetzung  und die Inspirationen in der Klassifikationserstellung, danke ich schon jetzt ganz besonders Vivien Petras.

Gleichzeitig möchte ich auch endlich auf den Kommentar von Lambert Heller eingehen. (Sorry Lambert, dass es so lange gedauert hat zu reagieren.) In der Tat ist es so, dass bei den ersten beiden Klassen, informierende und unterstützende Dienstleistungen,  durch die Terminologie stärker zum Ausdruck kommt, dass die (potentiellen) Anwender von Literaturverwaltungssoftware im Mittelpunkt der Dienstleistungen stehen. Bei der Bezeichnung der  weiteren Dienstleistungskategorien mag mir das bis dato nicht so gelungen sein, jedoch stellt sich für mich kein Widerspruch dar, denn die Adressaten der Dienstleistungen sind und bleiben stets die Personen, welche die Tätigkeit Literaturverwaltung / wissenschaftliches Arbeiten mit  entsprechender Software erleichtern bzw. optimieren wollen.   Ich muss zugeben, dass ich immer noch die perfekten Begriffe suche und eine astreine Trennung der unterschiedlichen Dienstleistungen wohl nur schwer möglich ist . So ist es auch völlig richtig, dass  Anleitungen zur Datenübernahme aus Datenbanken in bestimmte Programme etc. anders einzuorden sind als z.B. die Exportmöglichkeit von Katalogdaten über  ein optional zu wählendes Format.  Vielmehr ist das Unterscheidungskriterium  dann auch der  jeweilige Schwerpunkt bzw. der direkte Sinn der Dienstleistung – in diesem Fall Wissensvermittlung / Aufklärung über die Datenübernahme oder das Schaffen von technischen Bedingungen, dass eine Datenübernahme möglich wird…

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