Moodle und Literaturverwaltung

Am vergangenen Donnerstag führte ich im Rahmen der MoodleMoot 2010, im Erwin-Schrödinger-Zentrum der HU in Adlershof, einen Workshop zu „Moodle und Literaturverwaltung“ durch.Es lag /liegt nahe zu untersuchen bzw. sich darüber auszutauschen, inwiefern Literaturverwaltungsfunktionen in Lern-/Lehrmanagementsystemen (LMS) wie eben Moodle, eingebunden werden (können).

Derartige elektronische, flexible und multifunktionale Arbeistsumgebungen haben sich in der (Hochschul-)Lehre und darüber hinaus (Projektmanagement, Verwaltungskommunikation…) inzwischen etabliert und bergen damit als ein zentraler Ort  der Auseinandersetzung mit Lerninhalten und mehr, aus meiner Sicht ein großes Potential für den Umgang mit strukturierten, bibliographischen Daten bzw. für die Anbindung von Bibliotheksdiensten. Dementsprechend gespannt war ich auf den fachlichen Austausch im Workshop. Nach einer kleinen Aufwärmrunde in Form eines ABCdariums, hielt ich vor einem etwa 30köpfigen, sehr interessierten Publikum einen kleinen Implusvortrag , mit welchem ich den aktuellen Stand der Entwicklung vor dem Hintergrund der Frage nach dem Nutzen von Literaturverwaltung in LMS generell, skizzierte. Hier meine Folien, eingebettet im Gesamtkontext des Workshops:

Auch wenn manche LMS, wie z.B. StudIP, bereits standardmäßig Literaturverwaltungsfunktionen oder auch Schnittstellen zu einschlägigen Programmen, implementiert haben, scheint Moodle in dieser Hinsicht noch recht am Anfang zu stehen. Auch wenn schon seit Jahren in diversen Forenthreads von moodle.org das Thema (Einbindung von) Literaturverwaltung  zur Sprache kam, eine besondere Aufmerksamkeit wird dem meines Wissens nach in der Community nicht gewidmet.Ich lasse mich gern vom Gegenteil überzeugen…
Einen größeren Vorstoß gibt es jedoch derzeit von der britischen Open University bzw. von deren Unibibliothek. Im Rahmen des Projekts TELSTAR wird in Kooperation mit JISC und RefWorks an der Verschränkung von Moodle und Literaturverwaltung bzw. der Einbindung von Bibliotheksrechercheservices gearbeitet. Das Projekt wird sehr ausführlich mit einem Blog dokumentiert. Besonders interessant und informativ ist dabei das „Reference Managemant Integration Toolkit (ReMIT)“, welches über grundlegende Themenaspekte detailiert Auskunft gibt. …
Die Veranstaltung war jedoch ein Workshop mit dem Anspruch an intensiver Publikumsbeteiligung. Dementsprechend versuchte ich mit einigen Diskussionsanstößen das Auditorium zu einem regen Austausch im Vorfeld  der programmgemäßen sechzigminütigen (!) Pause zum Austausch anzuregen. Es kamen aber nur vier Interessierte wieder zurück. (Mögliche Gründe für das Fernbleiben des Restpublikums sind so vielfältig, dass man nur wild spekulieren kann.)
Die recht kleine Diskussionsrunde war dennoch oder gerade deshalb, sehr intensiv. Es zeigte sich, dass sich auch in Deutschland die moodle-anwendenden Hochschulen verstärkt Gedanken über die Implementierung von Literaturverwaltungsfunktionen machen und entsprechende, kleinere  Projekte starten. Eine Moodleverantwortliche aus dem UKE der Uni Hamburg zeigte beispielsweise die Anwendung des Glossars für die Darstellung einer kleinen Liste der wichtigsten Medizinischen Lehrbücher, welche von den Studierenden kommentiert und bewertet werden können. Eine interessante Variante, aber aufgrund der ausschließlich manuellen Erstellung, wenig geeignet für den Umgang mit größeren Listen bzw. Datenpools. Vielversprechender war da schon der Verweis auf das Katalog2.0-Projekt beluga. Im Moment noch in einer frühen Testphase, ist es bereits möglich, im OPAC individuell zusammengestellte Literaturlisten auf Knopfdruck zur Moodle-Plattform der Hamburger Uni zu senden und an verschiedenen Stellen anzeigen zu lassen. Leider wurde nicht ganz deutlich, wie genau das en Detail funktioniert, aber das wird noch herauszubekommen sein…
Alles in allem ist zu konstatieren, dass (auch) im Bereich Literaturverwaltung in Lernmanagementumgebungen, derzeit und auch in Zukunft viel an Bewegung gibt und geben wird. Ich bin mit Freude für Kommentare und Hinweise auf Literatur, Projekte und Praxiserfahrungen offen. Dass dieser Apekt auch in meiner Magisterarbeit vorkommen wird, steht jedenfalls jetzt schon fest…

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