Matti Stöhr

Mein Weg in der Welt der Bibliothekswissenschaft, der Geschichte und mehr…

Citavi 3 vielversprechend auf dem BID-Kongress 2010 vorgestellt

Schon länger wurde eine neue Citavi-Version angekündigt. In nicht allzu ferner Zukunft – ohne Gewähr wird von Mai 2010 gesprochen, soll es jedoch (endlich) soweit sein. Das Citavi-Team um Peter Meurer wartete nämlich auf dem BIB-Kongress 2010, sowohl auf dem Ausstellungsstand, als auch  in der launigen Präsentation am Mittwochmittag, mit konkreten Details und Einblicken auf. Schaut man sich die vorgestellten Neuerungen und Veränderungen an, so kann man ohne Zweifel von einer Frischzellenkur / deutlichen Verbesserung des Literaturverwaltungsprogramms sprechen und auch erwarten. Der neue Fokus von Citavi,  das wurde im Präsentationsvortrag deutlich betont, liegt auf den Inhalten bzw. auf der Arbeit mit Dokumenten in Citavi. Im folgenden seien – ohne Anspruch auf Vollständigkeit und mit dem Hinweis auf fehlende Praxistests meinerseits – die neuen Funktionalitäten kurz vorgestellt.

Modernisierung der Optik / Haptik

Das nun zweisprachige Userinterface wurde rundum erneuert. Eine frei konfigurierbare Titelvorschau verspricht mehr Übersichtlichkeit, ebenso eine Neuorganisation der Registerkarten. Generell scheinen Bildschirmaufteilung und Navigation sehr intuitiv und  flexibel zu sein. Die Aussicht auf individuelle Konfigurierbarkeit von Bildschirm- und einzelnen Funktionselementen lässt die Erwartungen steigen.

Neue Datenbank macht Teamarbeit möglich

Citavi 3 kommt mit einem Datenbankwechsel daher. Statt MS Access wird SQLite verwendet. Erstens  soll der geringere Speicherbedarf das Programm schneller machen, zweitens können dadurch mehrere Personen gleichzeitig im Netzwerk an einem Projekt arbeiten.

Erweiterte Möglichkeiten in Recherche und Datenübernahme

Etwa 4400 Bibliothekskataloge und Fachdatenbanken sollen nun auch mit erweiterten Rechercheoptionen aus dem Programm heraus nutzbar sein.  Bei der produktübergreifenden Suche werden die Suchfelder automatisch auf die Spezifika bzw. den „kleinsten gemeinsamen Nenner“ der jeweiligen Datenbanken angepasst.

Zur Übernahme bzw. zur  Vervollständigung von Datensätzen wird es mehrere Optionen geben –  zum ersten via Eingabe von Persistent Identifiern, wie ISBN, was es bereits gibt,  DOI- oder PubMed-ID.  Zweitens sollen  indirekt durch Datenbankabgleich auch unstrukturierte Literaturlisten verarbeitet werden können. Ferner verspricht eine Vorgabenanalyse von lokalen Dokumenten im PDF-Format mit Ergänzung der bibliographischen Daten, mehr Einfachheit und Schnelligkeit bei der Titelaufnahme.

Integrierte Arbeit mit / an Dokumenten

Mittels eines integrierten Browsers wird es möglich sein, direkt in Citavi Dokumente verschiedenster Formate (PDF, HTML;  ODT,  DOC – über PDF-Konvertierung) zu lesen, zu bearbeiten/markieren und zu kommentieren. In diesem Zusammenhang greifen auch Automatismen in der Textstellenübernahme für Abstracts, Zitate etc. Besonders erleichternd: Lästige Zeilenumbrüche werden korrigiert, Textformatierungen (z.B. kursiv) übernommen.

Der Dokumentvorschaubrowser kann auch als Webrecherchewerkzeug verwendet werden.

Überarbeitung der Wissensorganisation

Dieser Programmteil wurde so umgebaut, dass er näher an die praktische Wirklichkeit des Schreibens bzw. Zitierens rückt. Man kann nun auf verschiedene Zitatformen (wörtlich, indirekt, etc.) sowie  Kommentar- und Verdichtungsmöglichkeiten zurückgreifen, welche auch verschlagwortet werden können.  Besonders hilfreich wird die Rechtschreibkorrektur sein, welche auf die Wörterbücher von Firefox und Openoffice zurückgreift. 11 Sprachen werden unterstützt. Zu den kleinen nützlichen Gimmicks gehören neue Bewertungsmodi und Titelverweise.

Wermutstropfen – Mac- und Webversionen nicht in greifbarer Nähe

Mac-User müssen sich noch länger  gedulden. Die Programmierung der Mac-Version läuft laut Entwickler Matthias Steffens, welcher bereits mit refbase eine gute Referenz vorzuweisen hat, auf Hochtouren.Die Hauptkomponenten, wobei die Literaturverwaltung am weitesten entwickelt ist, werden der Windows-Version nachempfunden. Mac-User wird jedoch  ein ein mac-typische Layout und integrierte Funktionen, wie dem Quicklook, in Aussicht gestellt. Vor Ende des Jahres wird jedoch keine Betaversion herauskommen.

Citavi Web liegt, so die Antwort auf eine Frage im Anschluss der Präsentation, aufgrund des Fokusses auf Citavi 3 und Citavi Mac ersteinmal auf Eis…

Update:

Einige weitere Neuerungsaspekte, die ich in meinem Beitrag fahrlässig unterschlagen habe,  hat Dörte (Böhner) in ihrem Blog unter tem Titel „Viel Neues in Citavi 3.0“ niedergeschrieben; eine vortreffliche Ergänzung.

Richtig übersichtlich ist natürlich das Factsheet von Citavi bzw. Swiss Academic Software selbst, welches am Stand erhältlich war. Mein Exemplar habe ich jedoch mit einigen Notizen versehen, so dass ich von einem Scan Abstand genommen habe.

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